Twitter-Bekanntschaft die Zweite: Ein Ausflug in die illuminierte Bremer Innenstadt

Lich­ter in der City 2021

Nach­dem ich bereits vor weni­gen Wochen mit einer Twit­ter-Bekannt­schaft, dem lie­ben Ben­k­ei, für einen Tages­aus­flug in den Welt­vo­gel­park Wals­ro­de gefah­ren bin, kam ich kürz­lich eben­falls auf Twit­ter mit SaPo ins Gespräch. Sie foto­gra­fiert selbst lei­den­schaft­lich ger­ne und aus­ge­spro­chen gut, hat­te aber noch Fra­gen zur manu­el­len Bedie­nung der Kame­ra. Die Kame­ra manu­ell ein­stel­len kann ich erfreu­li­cher­wei­se und so bot ich kur­zer­hand an, dass wir uns ger­ne tref­fen könn­ten, um einen klei­nen Fotow­alk mit Lern­ein­heit zu unter­neh­men — auch auf die Gefahr hin, dass ich mög­li­cher­wei­se gar kei­ne neu­en Erkennt­nis­se brin­gen kann, dann wäre es eben “nur” ein Fotow­alk gewesen.

Im Gegen­satz zu Ben­k­ei, der eine Stun­de außer­halb Bre­mens lebt, woh­nen SaPo und ich im glei­chen Stadt­teil und so ver­ab­re­de­ten wir uns an einer Hal­te­stel­le, um zunächst in das his­to­ri­sche Schnoor­vier­tel zu fah­ren. Bei einem Insta­gram-Gewinn­spiel hat­te SaPo eine Tasche gewon­nen, die wir natür­lich noch schnell im Geschäft abhol­ten, bevor wir in eine klei­ne fran­zö­si­sche Bäcke­rei wei­ter­zo­gen, in der wir uns kurz aus­tausch­ten und über Gott und die Welt plau­der­ten. Anschlie­ßend wür­den wir in die Innen­stadt weiterziehen.

2020 war das ers­te Jahr mit der Coro­na-Pan­de­mie und wie vie­le ande­re deut­sche Städ­te befand sich auch Bre­men in der Weih­nachts­zeit im Lock­down. So muss­te der tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­markt aus­fal­len, alter­na­tiv wur­de aber erst­mals das Pro­jekt “Lich­ter in der City” vor­ge­stellt. Es han­delt sich dabei um eine Licht­in­stal­la­ti­on, die ver­schie­de­ne Gebäu­de in der Bre­mer Innen­stadt fest­lich illu­mi­nier­te. Die Reso­nanz war aus­ge­spro­chen posi­tiv, ent­spre­chend ver­an­stal­te­te die Bre­mer City-Initia­ti­ve auch in die­sem Jahr eine neue Fas­sung der Aktion.

Die Innen­stadt war erwart­bar gut besucht, ent­spre­chend schwer war es dann aber auch, pas­sen­de Spots zu fin­den, um die eige­ne Kame­ra auf­zu­bau­en. Ins­be­son­de­re, wenn es auch ande­re Fotograf:innen gibt, die sich samt ihrer Aus­rüs­tung ohne grö­ße­re Rück­sicht­nah­me ein­fach vor die eige­ne Lin­se stel­len. Es nutzt aber ohne­hin nichts, sich über die Rück­sichts­lo­sig­keit Drit­ter zu echauf­fie­ren, außer, dass man sich anschlie­ßend mun­ter streitet.

SaPo und ich besuch­ten alle beleuch­te­ten Gebäu­de und mach­ten unse­re Fotos: das eigent­li­che Ziel des Fotow­alks war ja, ihr die Funk­ti­ons­wei­se der manu­el­len Belich­tung ein wenig näher zu brin­gen und da ist sie nun erfreu­li­cher­wei­se ein gutes Stück wei­ter, so jeden­falls war mein Eindruck. 

Per­sön­lich bin ich mit mei­nen Ergeb­nis­sen nur bedingt zufrie­den, oft stand ich zu schräg vor den Gebäu­den, wodurch sich schreck­li­che Ver­zer­run­gen erga­ben, die weder schön anzu­se­hen, noch schön zu zei­gen sind. Sicher­lich wären hier bes­se­re Ergeb­nis­se mög­lich gewe­sen, wären wir noch ein wenig län­ger in der Stadt geblie­ben — gegen zwan­zig Uhr leer­ten sich die Plät­ze vor den beleuch­te­ten Gebäu­den merk­lich. Da waren wir aber schon eine gan­ze Wei­le unter­wegs, hat­ten das eine oder ande­re Bild gemacht und zudem rief mein Sofa schreck­lich verlockend. 

Lei­der wur­den die Licht­an­la­gen inzwi­schen abge­baut — aber auch kom­men­des Jahr bie­tet sich hof­fent­lich die Gele­gen­heit, die fest­lich beleuch­te­te Bre­mer Innen­stadt abzu­lich­ten — denn die “Lich­ter in der City” sind ein sehens­wer­tes Ereig­nis, das ger­ne auch mehr­fach wie­der­holt wer­den darf.